8 wichtige Unternehmenskultur Eigenschaften für die Agilisierung

Scrum Lexikon

Oft wird über Unternehmenskultur gesprochen, nur wenige wissen was alles dazu gehört. Viele Unternehmen verwechseln das mit einem Code of Conduct, oder anderen Regeln für den Umgang miteinander. Kulturen entstehen über einen längeren Zeitraum und haben ihre eigene Dynamik. Was über Jahre, oder sogar Jahrzehnte entsteht sitzt tief. Um das zu verändern Bedarf es nach Wissen, Rückhalt und Zeit! Ich habe aus meiner Erfahrung heraus 8 Punkte einer Unternehmenskultur gesammelt, die für die Agilisierung wichtig sind.

1. Fehlerkultur:

Wie wurde in der Vergangenheit damit umgegangen? Finde es heraus und wirke auf das Zielbild hin, das Fehler nicht bestraft werden, sondern als wichtige Erkenntnisanker genutzt werden. Nimm allen Beteiligten die Angst Fehler zu machen. Das Team ist als Ganzes für das funktionierende Produkt verantwortlich. Lass nicht zu, dass einzelne Personen zur Verantwortung gezogen werden, schließlich tauschen sich die Teammitglieder kontinuierlich aus. Feier Fehler die zu einem besseren Produkt führen. Ziehe Maßnahmen auf Fehler die euch lange aufhalten.

2. Arbeitsumgebung:

Das Büro ist kein grauer Ort an dem keine Individualität erwünscht ist. Der Arbeitsplatz kann mitgestaltet werden. Es ist ausreichend Raum für spontane Entfaltung der Kreativität. Raum für das parallele durchführen von Scrum Events. Open Space Arbeitskonzept mit Homeoffice Möglichkeiten. Es gibt Möglichkeiten den Kopf frei zu kriegen in Form von Aktivitäten die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Kicker-Tisch.


3. Umgang miteinander:

Ein respektvoller Umgang, keine politischen Machtspielchen und Fairness! Der Austausch unter den Kollegen ist gern gesehen. Eine Du Kultur sollte angestrebt werden. Vermenschlichung der Kollegen statt der Roboterisierung. Keine bösen Blicke, wenn sich mal 2 länger in der Kaffeeküche aufhalten. Die Kollegen sollen gerne zur Arbeit gehen und sich aufeinander freuen. Das klappt durch die ständigen kleinen Erfolge die das iterativ inkrementelle Arbeiten mit sich bringt, durch die autonome Selbstorganisation und durch die regelmäßigen Feedbackschleifen. Die regelmäßigen Feedbackschleifen Daily, Review und Retrospektive verhindern dass sich Frust aufstaut. Sie sind ein Ventil für Frust und Glück und sorgen für ein angenehmes miteinander.

4. Vorgesetzte:

Vorgesetzte haben in der agilen Welt die wichtige Rolle die Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie können auch als PO fungieren, dürfen aber nicht in die Delegierung rutschen. Sei als Vorgesetzter da wenn du gebraucht wirst. Weise nicht nur auf negative Dinge hin, sondern hebe auch positive Dinge hervor. Vorgesetzte sind einer der antreibenden Motoren für die agile Organisation.

5. Kollegen fördern:

Förderung von Stärken und Veränderungswünschen anstelle von Angst einen Leistungsträger zu verlieren. Raum für Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten. Förderung der Crossfunktionalität. Akzeptieren von Spezialisierungswünschen. Eine Spezialisierung heißt nicht, dass alle anderen Fähigkeiten nicht mehr gefordert werden. Es heißt lediglich dass jemand einen großen Wissensschatz aufbaut. Dieser sollte in regelmäßigen Skill-Schulung mit allen interessierten geteilt werden. Die Teams coachen sich gegenseitig um die Corssfunktionalität zu fördern.

6. Einmischen in das „Wie“:

Der Product Owner, als Sprachrohr für die Stakeholder, entscheidet über das „Was“. Die Dev-Teams brauchen Freiheit in der „Wie“ Frage. Das beinhaltet Technologien und das Doing. Nicht selten sagen POs die die Kontrolle nicht abgeben können „Ich möchte, dass der Max dieses Feature macht.“. 1. Ist das eine Kränkung für die anderen Beteiligten die zu Unstimmigkeiten und schlimmerem führen kann. 2. Hat die Organisation ein großes Problem, wenn das Team nicht zu jedem Zeitpunkt ausliefern kann und Abhängigkeiten zu einzelnen Personen bestehen. Das Dev-Team schuldet dem PO das Inkrement. Das heißt ein funktionierender und potentiell auslieferbarer Produktbestandteil. Wie das Dev-Team zum Inkrement kommt, das ist allein dessen Sache.

7. Wandel:

Je größer die Organisation, desto häufiger wird umstrukturiert. Oft gibt es sogar mehrere Umstrukturierungen gleichzeitig. Die Agilisierung ist ein sensibler Kulturwandel Halte das Konzerntheater von den Dev-Teams fern. Ob sie in Abteilung C oder 4 anhängen, sollte keinen Einfluss auf ihr arbeiten haben. Wird Personal abgebaut, muss damit offen umgegangen werden. Nichts ist schlimmer als die Angst vor dem Unbekannten.

8. Transparenz:

Eine tragende Säule für agiles Arbeiten ist die Transparenz. Viele Organisationen legen bereits Wert auf Transparenz. Um das zu gewähren sind nicht nur die richtigen Tools notwendig. Es ist ebenfalls eine Kopfsache, ein Mix aus allen bisher genannten Punkten für die agile Unternehmenskultur. Lebt man diese aus, ist eine echte Transparenz möglich.

Fazit:

Ein Kulturwandel braucht Zeit. Du wirst nicht alle Punkte mit einem “Kick-Off” Meeting ändern können. Deine Organisation sollte sich die Zeit nehmen, einen großen Kulturwandel durchzumachen. Schließlich hat sich die “alte” Unternehmenskultur auch über Jahre Entwickelt. Probiere Punkte aus der Auflistung aus, sammle Erkenntnisse und passe sie regelmäßig an und das Vorhaben wird ein Erfolg!

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