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Projektmimikry – Ein Appell

Scrumosophie

Scrum Master Zertifizierung

Ein Blatt Papier, Stunden in einem Seminarraum gesessen, jemand hat den Zuschauern erzählt worum es sich bei Scrum handelt. Meistens wird Scrum nicht gänzlich, sondern in Aspekten erklärt, um die Zuschauer nicht zu verlieren. Dann bekommt man weitere Papiere, meldet sich online zu einem Test an, besteht diesen und darf sich nun Scrum Master nennen. Jeder der auf dieser Art und Weise zum Scrum Master wird, welches der herkömmlichste Weg ist, fehlt bei einem Projektbeginn die Erfahrung. Viele haben sich schon darüber ausgelassen, ich werde es an dieser Stelle nicht tun. Im Gegenteil, ich hoffe das ich Menschen erreichen werde, die diesen Zettel in der Hand haben und durchstarten möchten. In unserem Blog findet ihr schon Hinweise das man mit den verschiedensten Hintergründen Scrum Master werden kann. Ich gehe auf einen bestimmten Fall ein den viele kennen und dem alle schon begegnet sind.

Alter PM – Neuer Scrum Master?

Viele der heutigen Projektmanager versuchen auf diesen Zug aufzuspringen, um sich neu zu entdecken. Das ist per se keine schlechte Idee, man verfügt über die Erfahrung als Projekt Manager, man kann absehen wie die Prozesse in anderen Unternehmen ablaufen. Die Person hat erlernt wie man mit Krisensituationen umgeht und versucht dieses Wissen unter dem Mantel des „Scrums“ anzuwenden. Nur ein Servant Leader ist kein Projektmanager und ein Projektmanager definiert sich nicht durch eine demütige Haltung gegenüber den Mitmenschen. Der Deckmantel wird schnell weggeworfen und das alte Berufsbild kommt zum Vorschein. Als Projektmanager ist der Tonus rauer, antrainierte Stunden der Übung werden von dem menschlichen Verstand nicht allzu schnell vergessen. De facto wird ein Projektmanager nicht durch eine Zertifizierung als Scrum Master neugeboren, viele verkaufen sich dementsprechend. Aus eigener Erfahrung kann ich erzählen das zu viele Projektmanager existieren die dann agil werden und somit das Agil sein instrumentalisieren. Das schlimmste ist, dass sie dafür nichts können. Am Ende geben sie sich den Stempel des Scrum Masters, ohne ihr Verhalten zu ändern und stoßen dann auf viel Gegenwehr. Manche interne Mitarbeiter, die solch einen Scrum Master präsentiert bekommen werden dazu verleitet dies als „echten“ Scrum Master anzuerkennen. Ein großer Fehler, der sich im Nachhinein schwer korrigieren lässt. Doch es gibt auch hier eine Lösung.

Nachahmung von den Externen

In der Natur existiert ein biologisches Verhalten, das sich Mimikry nennt. Hier ahmt der eine den anderen nach. Es wird nicht beschrieben ob derjenige schwächer oder stärker ist, daher verwende ich die Begriffe der „Unerfahrene“ und der „Erfahrene“. Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit Interne Scrum Master auszubilden, diese zu coachen und wenn man die Experten fragt, sollte dieses Coaching von einem Externen Scrum Master durchgeführt werden. Nur ein Erfahrener kann einem Unerfahrenen die notwendige Attitüde, die Denke und die Methodik beibringen und etwaige Problemstellung und Lösung daraus ableiten. Begleitendes Coaching, Stunden des Dialogs und ausgearbeitete Lösungen zu den Fragen die täglich gestellt werden. Es ist Arbeit jemanden etwas neues, mit dem diese Person nur bedingt in Kontakt gekommen ist, einzuverleiben. Ein Seminar reicht bei weitem nicht aus und doch will keiner der Projektmanager sich als „Junior“ Scrum Master verkaufen, dass verhindert das Prestige. Scrum Master sein beginnt im Kopf und endet am Flipchart.

Ein Scrum Master

Um ein Scrum Master zu werden ist es obligatorisch auf die Durchführung von Scrum zu achten und dem nachzugehen. Der oben angesprochene Dialog und das begleitende Coaching helfen dabei. Doch ab wann ist es noch Mimikry? Ab wann wird Imitation zur Routine? Ab wann wird Routine zur Gewohnheit und dann durch die eigenen Regeln durchbrochen und etwas Neues erdacht? Mimikry, dass schützende Nachahmen hilft hierbei ungemein. Zu was das führen kann ist nicht unbedeutend. Viele fallen in prekären Situationen zurück in alte Muster, diese Muster werden durch Stress oder unangenehme Reize ausgelöst. Es kann in der Retrospektive passieren, wenn der „Unerfahrene“ sich dabei ertappt das die Entwickler, die in diesem Format freisprechen dürfen, etwas über das Gesamtprojekt erfahren möchten und der Scrum Master hier nicht hilft, sondern ihnen ansagt das dies nicht in ihrer Aufgabe liegt. Sowas ist vorgekommen, sowas wird weiterhin vorkommen. Überhaupt ist es wichtig bei den Events immer einen „Erfahrenen“ dabei zu haben der die Richtung und die Denke korrigiert. Findet man jemand ehrgeiziges, der es möchte, hinhört, zur Seite tritt wie es ein Scrum Master tut und das Ruder aus der Hand gibt und wahrhaftig coacht und begleitet, wird ihn die Nachahmung zu einem Scrum Master machen. Dies kann nur ein „Erfahrener“ beantworten, was danach kommt, wird das Eigene Sein.

Fazit:

Mimikry im Projekt und am Arbeitsplatz, den Experten nachahmen, Verhaltensweisen kopieren und immer wieder durchführen. Klingt simpel, oder? Ist es in der Realität leider nicht. Es ist anstrengende Arbeit doch wenn der Coach und gerade der Unerfahrene sich darauf einlassen wird aus einem Projektmanager ein Scrum Master. Nur ein kleiner Appell von mir, es ist nichts verloren, es ist nur Arbeit.

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