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Scrum Master als Mediator

Café Scrum

Warum ein Scrum Master Konflikte erkennen muss!

VUKA ist die Verdichtung von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität in einem Akronym. VUKA ist eine pauschale Zustandsbeschreibung einer sich entwickelnden Wirtschaftsordnung. Netzwerkliches Arbeiten (agiler Teams) in Erfolgsgemeinschaften, gewinnt auf unternehmerischer Ebene mehr Gewicht. Die Zusammenarbeit wird neu gerahmt und bespannt mit: Wissensaustausch, Vertrauen, Wertschätzung und gegenseitiger Förderung. Die Beziehungspflege am Arbeitsplatz ist schon lange nicht mehr reine Privatsache. Die Vernetzung lässt uns zusammenrücken, die Schnittstelle Mensch und Kommunikation als Wirtschaftsfaktor wird bedeutsamer, schärfer formuliert: fundamental.

Der Scrum Master fungiert als Vermittler und Unterstützer und ermöglicht dem einzelnen Mitarbeiter die Entwicklung zur Selbstverantwortung. Er moderiert Konfliktgespräche, klärt Erwartungshaltungen und beseitigt Hindernisse, die die Performance beinträchtigen. Obwohl mit Scrum ein Wertegerüst aufgebaut wird das Mut, Commitment, Fokus, Offenheit und Respekt lebt durchläuft ein Großteil geschäftlicher Zusammenschlüsse den Prozess gegenseitiger Schädigung.

Konflikte, lautlose Killer

Konflikte hat jeder, aber kaum jemand legt sie offen. Das Gefahrenpotenzial samt Wirkung von Konflikten wird unterschätzt. Entstandene, geschäftliche Schäden werden selten Konflikten zugeschrieben. Nicht erkannt mutieren sie zu erheblichen Risikofaktoren. Missstände vergiften Beziehungen und damit das Herz eines Unternehmens. Verlieren wir den Spaß an der Arbeit, dann ist ihr Sinn verfehlt und eine externe Sinnstiftung wird ebenfalls nicht zu einem, fruchtbaren Arbeitsverhältnis führen. Fakt ist: Konflikte lösen sich nicht von allein. Ohne eine aktive Handlung wird die geschäftliche Existenz untergraben „rien ne va plus“.

Zahlen sagen mehr als Worte

Ein Konflikt kann auch in Zahlen ausgedrückt werden und die Krise schonungslos offenlegen. Die Darstellung als Kosten- und Risikofaktor verdeutlicht den unternehmerischen Verlust. Negativ belastete Spannungsfelder sind Sandkörner im Getriebe und hemmen die Produktivität. Da wo die Unproduktivität steigt, sinkt der Gewinn und es kommt zu erblichen Verzögerungskosten. Der Cost of Delay hilft dabei, die Auswirkungen der Zeit auf die Ergebnisse zu verstehen und zu quantifizieren. Mit anderen Worten ausgedrückt, bietet der Cost of Delay eine Möglichkeit zur Berechnung, wie viel Zeit für die Entwicklung einer neuen Funktion benötigt wird, einschließlich der Wartezeit in einem Rückstand und die daraus resultierenden Kosten. Bringt man zusätzlich die Formel der Kostenfunktion mit der Verlustrechnung in Zusammenhang

K = KF + kv × MENGE.

mit:

K: Gesamtkosten

KF: Fixkosten

kv: Variable Kosten je Stück

MENGE: Ausbringungsmenge

(Gehalt einer Arbeitsstunde * Personenanzahl beteiligter Personen + summierte Ausfallfaktoren) * 2 = Verlust

wird man sich der Belastung für die Organisation bewusst. Doch Bewusstsein bedeutet nicht das Initiieren von Lösungen. Zu oft verfällt man in einen Zustand des Reagieren, der sich der Schadensbegrenzung widmet. Der Fokus wird auf das Symptom und nicht auf die Ursache gerichtet. Die Erkenntnis muss körperlich verstanden werden, damit eine Handlung abgeleitet und die Ursache begriffen werden kann.

Der Rollenkonflikt

Im agilen Umfeld steht der Mensch im Mittelpunkt. Selbstbestimmung und persönliche Entfaltung sind seine Trabanten. Um Ergebnisse zu produzieren werden Rollen definiert. Die Rollen innerhalb von Scrum ( Scrum Master, Dev Team, Product Owner, Stakeholder, Markt ) schaffen Klarheit.

Doch wo immer Rollen existieren, existiert auch ein Nährboden für Rollenkonflikte. Eine Rolle besteht aus einer Ansammlung von Informationen, die in der Vergangenheit nicht aufgearbeitet und dadurch bewältigt wurden. Wenn wir häufig in eine Rolle schlüpfen, verschmelzen wir mit ihr. Unsere Charaktereigenschaften treten mehr und mehr in den Hintergrund und die Rolle wird gelebt, damit beeinflussen Rollen unsere Handlungen, ohne dass es uns bewusst ist. Der Ausspruch: „sei authentisch“ kann zu einem persönlichen Dilemma führen, da das (Ein)halten der Rolle nicht eine automatische Kongruenz mit unseren Charaktereigenschaften aufweist.

Im Schmelztiegel der Emotionen

Neben den Rollen birgt die Emotionalität (die innerhalb von Konflikten auf natürliche Weise ansteigt) einen Zündstoff für Konflikte. Die Schwierigkeit im Umgang mit Emotionen ist, dass man sich im Hier und Jetzt fühlt. Jedoch sind Emotionen „nicht“ aufgearbeitete persönliche Erfahrungen. Bildlich gesprochen befinden sich zwei (oder mehrere) persönliche Geschichten in einem Streit.

Endstörung der Organisation

Um eine Endstörung der Organisation herbeizuführen muss im ersten Schritt Sachlichkeit definiert werden. Die Sachebene bildet die Realität ab. Abweichungen von der Realität sind Verzerrungen, die geprägt sind von persönlichen Erfahrungen und durch Emotionen eingefärbt werden. Bin ich in der Lage, die Gefühls- und Sachebene jederzeit zu trennen und sie als zwei unabhängige Faktoren zu verstehen, kann eine Versachlichung der Situation erfolgen. Tauchen Störungen auf, die die Prozesse behindern, sollten die Störungen als negative Informationen erkannt und begriffen werden, um sie aufgreifen und entfernen zu können.

Zusammenfassung

Egal in welchem Kontext, überall, wo Menschen miteinander interagieren, entstehen soziale Dynamiken und Handlungsmuster. Es wird ein System ausgebildet. Auch eine Organisation kann als System begriffen werden, das durch Mitarbeiter geprägt wird. Ausgebildete Störungen, die nicht erkannt und bereinigt wurden, prägen die Systematik der Organisation. Keimt ein Konflikt, werden langfristig unternehmensrelevante Kennzahlen eine Änderung erfahren. Um geschäftsschädigende Störungen zu entfernen, braucht es das Sehen und Erkennen der Verantwortungsträger.

„Wessen wir am meisten im Leben bedürfen, ist jemand,

der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.“

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