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Home-Office Retrospektive – Die Fortsetzung

Hallo liebe Scrum Master, 
vor einiger Zeit haben wir bereits eine Methode vorgestellt, die sich mit dem Thema Arbeit im Home-Office beschäftigt und die genutzt werden kann, um sich besser auf diese noch neue Situation einzustellen. Heute möchten wir euch eine Methode zusenden, die als Folge-Retrospektive genutzt werden kann (vorherige Anwendung der früheren Retrospektive allerdings kein Muss!) und darauf abzielt, Erkenntnisse aus der bisherigen virtuellen Zusammenarbeit zu ziehen sowie diese für die weitere Home-Office-Zeit zu optimieren.
Home-Office Retrospektive – Die Fortsetzung
  

Teilnehmer: 4-8 Teilnehmer + 1 Scrum Master 

Dauer: 70 Min. 

Häufigkeit: 

Diese Methode kann beim Arbeiten im Home-Office verwendet, jedoch auch auf bisherige Sprinterlebnisse generell bezogen werden und man kann sie in regelmäßigen Abständen beliebig oft durchführen. Um allerdings neuen Entwicklungen und der Umsetzung vorheriger Maßnahmen genug Zeit zu geben sowie die Retrospektiven nicht eintönig werden zu lassen, empfiehlt sich ein Abstand von etwa 8-12 Wochen und möglicherweise kleine Variationen. Dies sorgt für Abwechslung. 

Materialien: Notebook/PC/Tablet 

Vorbereitung:  

  • Anmeldung auf 

https://funretro.io/ 

  • Neue Boards erstellen (jeweils eins für Einstieg, Hauptteil, Maßnahmen und Abschluss; s.u.) 
  • Teammitglieder per Zusendung der entsprechenden Links einladen 
  • Separates Tool für den Sprachchat auswählen (z.B. Daily.co, Jitsi.org, MS Teams usw.) 
  • Folgende Boards erstellen:  

Einstieg – Deine aktuelle Stimmung im Home-Office-Sprint  

Sammeln – Deine bisherigen Erfahrungen im Home-Office-Sprint  

Maßnahmen – Was können wir aus unseren Erfahrungen ableiten? 

Abschluss – Mein Team ist großartig! 

Ablauf 

Rahmenbedingungen der Retro kommunizieren 

Diese Retrospektive ist dazu gedacht, einen Eindruck von den verschiedenen und gemeinsamen Erfahrungen der Teammitglieder im Sprint während der schon fortgeschrittenen Home-Office Zeit zu gewinnen – bezogen auf die Arbeit, die Kommunikation, das Teamgefühl, etc. Hieraus sollen anschließend Lösungen abgeleitet werden, wie positive Aspekte gefestigt und ausbaufähige Punkte verbessert werden können. Es soll offen und ehrlich miteinander kommuniziert werden und alles Gesagte wird in diesem geschützten Raum bleiben. Weiterhin wird sich vertraut, dass jeder nach seinen besten Möglichkeiten und Wissen gearbeitet hat. Die Besonderheit ist hier, dass die Retro mithilfe eines Online Tools realisiert wird. In unserem Fall lautet dieses funretro.io. Im Vorfeld müssen alle Mitglieder die Links zu den erstellten Boards erhalten. Weitere Infos zum Tool und dessen Funktionen findet Ihr hier: 

https://scrumcorp.de/2020/03/30/online-retrospektive-tools-im-test-2/


Einstieg (10 Min.) 

Wir starten wieder mit einer Einschätzung der Stimmung im Team. Dazu erstellen wir ein Board, welches die einzelnen Stimmungen der Teammitglieder während des aktuellen Sprints im Home-Office ermittelt. Wir benötigen lediglich eine Spalte, die nach der Stimmung fragt und darunter bereits ein paar vorbereitete Antwortmöglichkeiten als Beispiele (siehe Abbildung oben). 

Nachdem der Scrum Master die Aufgabe erklärt hat, haben die Teammitglieder 2 min. Zeit ihre aktuelle Stimmung entweder unter den vorhandenen Optionen durch Auswahl eines Daumen hochs zu markieren oder natürlich selbst noch passende Optionen zu ergänzen. Während der Sammelphase bleiben alle Einträge maskiert.  

Ist das Team bereit, können die Einträge demaskiert werden. Nun darf jeder über seine Auswahl sprechen. Was führt dazu, dass er/sie in der aktuellen Stimmung ist? (8 min.

Sammeln von Informationen (ca. 25 Min.) 

Hierzu wird das zweite Board zum Thema Erfahrungen im Home-Office-Sprint verwendet. Zu Beginn erklärt der Scrum Master, dass vor dem Hintergrund der aktuellen Home-Office Situation jeder einmal über seine gemachten Erfahrungen nachdenken und diese einordnen soll. Die Kategorien sind dabei „Loved (Das fand ich super!)“, „Learned (Das habe ich gelernt!)“, „Lacked (Das hat mir zum Arbeiten gefehlt!)“ und „Longed for (Das hätte ich schön gefunden!“. Die Teammitglieder haben 5 min. Zeit, um zu jeder Spalte mindestens einen Kommentar zu verfassen, maximal jedoch 2 oder 3 je nach Teamgröße (Zeit und Übersichtlichkeit abschätzen!). Die Kommentare bleiben bis zum Abschluss der Sammelphase maskiert (entsprechende Option muss vom Scrum Master angehakt werden). Sobald jeder seine Kommentare verfasst hat, ist die Sammelphase vorbei, nun stellt jeder einzeln und der Reihe nach seine Kommentare vor. Hat jemand einen Punkt, der einem vorangegangenen gleicht, können diese schon einmal durch ziehen zusammengelegt werden, was später Zeit spart. 

Der nächste Schritt ist das Clustern der Kommentare. Der Scrum Master fasst die Kommentare zu vom Team gewählten Themenbereichen zusammen und schiebt zusammenpassende Kommentare in die Clusterspalte in die erstellten Bereiche. Es können beliebig viele Themenbereiche erstellt werden.  

Sobald es nichts mehr zu Clustern gibt, können die Teammitglieder per Daumen abstimmen. Jeder darf einen Daumen pro Themenbereich und insgesamt 2 Daumen vergeben. 

Sobald über die Themenbereiche abgestimmt wurde, kann man aus den vom Team am höchsten priorisierten Themenbereichen (2-3, je nach Umfang) Maßnahmen mithilfe eines weiteren Boards generieren.

Maßnahmen (ca. 25 Min.) 

Der Scrum Master hat die Themenbereiche im Blick und bespricht mit dem Team, welche Maßnahmen sich daraus ableiten lassen. Festgelegt wird: Was macht Wer bis Wann? 

Die Aufgaben werden vom Scrum Master in das Board eingetragen bis genug Maßnahmen festgelegt wurden oder die Zeit um ist (Timebox). Die gesammelten Aufgaben vom Maßnahmen-Board können mit dem Tool in verschiedenen Formen abgespeichert werden. 

Abschluss (10 Min.) 

Um dem Team in Zeiten geringen direkten Kontakts zum Ende der Retro noch ein Gefühl von Gemeinschaft und gegenseitiger Wertschätzung mitzugeben, wird nun noch eine weitere kurze Aufgabe gestellt. 

Jeder hat 2 Min. Zeit, sich zu überlegen, warum er/sie das Team großartig findet und wie er/sie sich dadurch fühlt. Anschließend werden die verbleibenden 8 Min. genutzt, um reihum die eigene Antwort vorzulesen und ggf. ein paar erklärende Worte dazu zu sagen. 


Hast du Lust auf ein Scrum Webinar? Dann schau dich hier um: Scrum Webinar auf Scrumcorp.de

Wir haben auf YouTube auch ein kurzes Video zu dem Ein- und Ausstieg einer Retrospektive gemacht. Schau es dir doch mal an
Alles Gute und viele Grüße
Eure Vanessa von ScrumCorp

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